Digitalisierung auf Asiatisch: nexum Vorstände bei Huawei in China

Ob 5G-Netztechnologie fürs autonome Fahren, Cloud-basierte Infrastrukturen und Anwendungen für Unternehmen oder Smart Grid-Lösungen für intelligente Stromnetze, die ganze Städte smarter machen. Nicht nur Unternehmen treiben im Schulterschuss mit innovativen Start-ups und Agenturen Cloud-Technologien voran. Sie halten auch Einzug in unseren Alltag. Und das weltweit. Wie der chinesische Technologiekonzern Huawei die Digitalisierung vorantreibt, haben sich unsere Vorstände Dr. Michael Klinkers und Georg Kühl vor Ort einmal genauer angesehen. Auf Einladung von Huawei und der Deutschen Telekom ging es nach Shenzhen, um Digitalisierungsthemen zu diskutieren und potenzielle Kooperationsmöglichkeiten auszuloten.

Zu Besuch im Headquarter und Forschungszentrum in Shenzhen

In Shenzhen liegt das Headquarter und Forschungszentrum des chinesischen Technologiekonzerns Huawei. Heute ist das ehemalige Fischerdorf eine Wirtschaftsmetropole mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen Chinas (ohne Hongkong und Macau) und Zentrum der Elektronik-, Internet-, IT- und Telekommunikationsbranche. Auf rund zwei Quadratkilometern sollen Mitarbeiter am Unternehmens-Hauptsitz Antworten auf die digitale Transformation finden und die Entwicklung von Technologien für innovative Geschäfts- und Betriebsmodelle vorantreiben. Im Mittelpunkt stehen dabei inzwischen vor allem Cloud-basierte Lösungen. Unweit der Unternehmenszentrale liegt der imposante Huawei-eigene Universitätscampus. Jeder Mitarbeiter hat dort die Möglichkeit, berufsbegleitend zu studieren. Räumlichkeiten, Ausstattung, Angebot, Außenanlagen und Studienbedingungen erscheinen nach kurzem Eindruck hervorragend.

Weltweit beschäftigt Huawei rund 180.000 Mitarbeiter – knapp 80.000 davon im Bereich Forschung und Entwicklung, ein Spitzenwert im weltweiten Vergleich. Im europäischen Markt bislang vor allem als Smartphone-Anbieter im B2C-Segment bekannt, haben die Chinesen mit ihren IKT-Lösungen und ihrem Enterprise-Networking-Business inzwischen neben Asien auch Europa im Visier. Das Produktportfolio reicht von Cloud-Computing über Software-Defined Networking (SDN), Big Data, IoT und Storage-Systeme bis hin zu IKT-Lösungen für diverse Branchen wie beispielsweise den Handel, Behörden oder das Gesundheitswesen. Zum Auftakt standen für uns verschiedene Stationen im Headquarter auf dem Programm: gemeinsam mit weiteren deutschen IT-, TK- und Digital-Experten, Partnermanagern der Telekom Deutschland und Gesprächspartnern von Huawei wie beispielsweise Pablo Cui, Managing Director Huawei Deutschland für das Enterprise Business. Immer im Fokus der Austausch und Ausbau von Kooperationen im Enterprise- und Cloud-Business-Bereich.

Die Welt smarter machen

Von technologischen Errungenschaften für die Smart City über intelligente Lösungen für die Logistikbranche bis hin zu IT-Infrastruktur und -Anwendungen im Bereich Telemedizin für die Gesundheitsbranche: Diese und weitere Projekte präsentierte uns Huawei in der Enterprise Exhibition Hall. Auch mit deutschen Unternehmen bestehen bereits Partnerschaften und Kooperationen, wobei Huawei primär die Technik bereitstellt. So stammt beispielsweise die WLAN-Infrastruktur im Signal Iduna Park von Borussia Dortmund von Huawei. Und wenn Kinder in den Ruhrmetropolen Gelsenkirchen oder Duisburg in intelligenten Klassenzimmer sitzen, verdanken sie dies dem chinesischen Technologieführer. Tragende Säulen der Zusammenarbeit unter dem Motto „Smart City“ sind beispielsweise der Ausbau des WLAN-Netzes, intelligente Stromnetze oder die Digitalisierung der kommunalen Verwaltung. Mit deutschen Autobauern wie Audi, BMW und Daimler gehört Huawei der 5G Automotive Association an, die gemeinsam Kommunikationstechnik für vernetzte Mobilität und autonomes Fahren vorantreiben möchte. Mit SAP kooperieren die Chinesen unter anderem im Bereich hochperformanter Server oder betreiben Forschungsaktivitäten im IoT-Umfeld. Und auch die Technik für die Open Telekom Cloud kommt von Huawei. Huawei ist einer von sechs strategischen Partnern der Telekom im Business-Segment. Die Telekom wiederum ist einer der zehn größten Kunden von Huawei. Und das weltweit.

Große Ambitionen brauchen große Netzwerke

Viele der von Huawei vorgestellten Technologien stellen übergreifend bereits Antworten auf die Anforderungen einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft dar. Um sie auf Detailebene zur Marktreife und zum disruptiven Durchbruch zu bringen, braucht es ein Netzwerk starker Partner, gerade auch auf lokalem Gebiet. Denn internationale Märkte sind auch in Zeiten der Globalisierung sehr individuell – etwa im Sinne der digitalen Reife oder aber auch aufgrund der teils gravierenden Unterschiede im Hinblick auf Kultur, Wirtschaftsstruktur oder Legislatur.

Was Huawei beispielsweise im Phoenix Satellite Broadcasting Center in Hongkong als innovative Lösung im Satellite TV-Bereich präsentiert, ist etwa in den USA schon im Standardeinsatz. Auf dem europäischen Markt konkurriert Huawei bei Servern und Cloud-Lösungen mit US-Konzernen wie Cisco oder IBM. Die Geschwindigkeit der technischen Entwicklungen ist in China – getrieben durch immense Investments und staatliche Förderung – bezeichnend. Wohingegen das Marketing in den USA im B2B-Bereich deutlich ausgeprägter ist. Und auch der heimische Markt ist in China an vielen Stellen herausfordernder geworden, insbesondere durch neue starke Internet-Konzerne wie die Alibaba Group oder Tencent.

Als China-Besucher aus Deutschland wird man übrigens überaus freundlich, zuvorkommend und sehr serviceorientiert empfangen. Man bemerkt, dass es ein hohes Interesse und eine gewisse Bewunderung für deutsche Ingenieurskunst und Technikkompetenz im Business-Segment gibt, insbesondere in den Bereichen Maschinenbau und Automobilindustrie. Einzustellen hat man sich auf die Besonderheiten der staatlichen Regulierung. Letzteres konnten wir im Verlauf unserer China-Reise neben komplexeren Einreiseprozeduren zum Beispiel dadurch erfahren, dass uns weder Twitter, noch Facebook als Kommunikationskanäle zur Verfügung standen.

Digitalisierung, Deutschland, China – da geht was

Digitale Transformation und Cloud-Ökosysteme fordern und fördern vernetztes Denken. Sie machen die Zusammenarbeit von Unternehmen mit Digital-Agenturen und Start-ups unabdingbar. Das zeigt auch die von der Telekom und Huawei initiierte Unternehmerreise. Um den europäischen Markt zu erobern, braucht Huawei als globaler Technologie-Player renommierte Unternehmen wie die Deutsche Telekom, die die Brücke zwischen dem europäischen und chinesischen Markt schlagen, genauso wie die Expertise digitaler Beratungsagenturen.  Zahlreiche Metathemen, die heruntergebrochen eben auch unsere Kernkompetenzen als nexum tangieren, sei es die Entwicklung von Prototypen oder Unterstützung im Bereich Innovationsmanagement und Digitalstrategien.


Impressionen der China-Reise gibt es bei Facebook.

  • Datum:
    26.Februar 2018
  • Besonderheit:
    Insights über den digitalen Stand der Dinge Chinas
  • Ansprechpartner:
    Schreiben Sie michael.klinkers@nexum.de eine Mail