Digitalisierung im Mittelstand

Rückblick auf unser Networking-Event

Am 29. August fand unser Sommer-Event zur Digitalisierung im Mittelstand statt. Rund 120 Marketing-, Sales- und IT-Entscheider mittelständischer Unternehmen waren der Einladung von nexum, Salesforce und dem BVMW in die alte Wagenfabrik in Köln gefolgt.

Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) eröffnete den Abend mit einer mitreißenden Keynote zu den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung für den Mittelstand.

Es folgten Kolja Ferda, Teamleiter E-Commerce und Web bei Zwilling J. A. Henckels und Fabian Koßmehl, Director E-Commerce bei Mustang, mit gleichermaßen kurzweiligen wie informativen Einblicken in die Praxis. Die Themenvielfalt reichte hierbei von Customer Relationship Management über Social Media Buzz bis hin zu Voice Search.

Beim anschließenden Chill & Grill konnten die Gäste sich an den nexum-Boxenstopps zu unterschiedlichen Digitalisierungsthemen weitere Inspirationen holen und miteinander austauschen.

Drei Fragen an Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW)

Im Anschluss an die Veranstaltung haben wir Mario Ohoven zu den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung im Mittelstand interviewt.

Der Mittelstand als die tragende Säule der deutschen Wirtschaft nutzt die Chancen der Digitalisierung immer besser. Laut kfw-Analyse stieg die Digitalisierungsquote bei den Mittelständlern aller Größenklassen und nahezu aller Wirtschaftszweige. Teilen Sie die Einschätzung?

Ja, der deutsche Mittelstand ist heute längst digital. Jetzt geht es darum, die nächste Stufe der Digitalisierung zu erklimmen. Und das schaffen die Mittelständler nicht allein. Hier ist in erster Linie die Politik gefordert.

Es sind vor allem drei Punkte, die Unternehmen derzeit bremsen. Erstens: die mangelnde Breitbandversorgung in ländlichen Regionen. Die ca. 1.300 Weltmarktführer in Deutschland sitzen eben zumeist nicht in den Metropolen, sondern sind regional verwurzelt. Ein weiteres Digitalisierungshemmnis ist der Fachkräftemangel, der besonders den Mittelstand trifft. Im Kampf um die besten Talente hat er in puncto Arbeitgeberattraktivität oftmals das Nachsehen gegenüber Konzernen. Auf der anderen Seite verlassen jedes Jahr fast 50.000 Schüler ohne Abschluss die Schule, und es gibt allein 1.000 Grundschulen ohne Schulleiter. Doch nicht nur in der Bildung, auch bei den Investitionen hinken wir im internationalen Wettbewerb hinterher. Drei Milliarden Euro will Deutschland bis 2025 investieren, um zu einem führenden Standort für Künstliche Intelligenz und Robotik zu werden. 50 Mal so viel, nämlich 150 Milliarden, sind es in China. Dieses krasse Missverhältnis sagt alles.

Verliert Deutschland bei der Digitalisierung also den Anschluss?

Der zukünftige Erfolg der deutschen Wirtschaft hängt davon ab, wie wir das Potenzial der Digitalisierung nutzen. Treibende Kraft muss dabei der Mittelstand sein, denn 99 Prozent aller Unternehmen in Deutschland sind mittelständische. Die Klein- und Mittelbetriebe stellen 60 Prozent der Arbeitsplätze, bieten über 80 Prozent der betrieblichen Ausbildungsplätze an und erwirtschaften dabei mehr als jeden zweiten Euro.

Die erste Halbzeit haben wir bereits verloren, jetzt müssen wir das Spiel in der zweiten Halbzeit drehen. Das wird uns nur als Team und nicht im Alleingang gelingen. So arbeiten bisher nur 20 Prozent der Unternehmen mit Partnern aus der eigenen Branche zusammen, 15 Prozent auch branchenübergreifend. Und sogar nur etwa vier Prozent der Unternehmen kooperieren bislang mit Startups.

Was kann der Mittelstand tun, um den digitalen Wandel voranzutreiben? Welche Geschäftsmodelle sind jetzt gefragt?

Studien zeigen, dass ca. 80 Prozent aller Kaufentscheidungen auf der Emotio beruhen, und nur 20 Prozent auf der Ratio. Das gilt für die analoge wie digitale Welt gleichermaßen. Die zunehmende Flut an immer ähnlicheren Produkten und Dienstleistungen führt dazu, dass rationale Kriterien wie Preis und Qualität als Entscheidungsfaktoren an Einfluss verlieren. Wenn aber Menschen keine Produkte, sondern gute Gefühle kaufen wollen, müssen Unternehmen ihre Strategie hierauf abstellen. Was sich verkauft sind Emotionen, Geschichten, Werte und Service. Die Digitalisierung bietet dabei viele Möglichkeiten. Unternehmen, denen es gelingt, Menschen für sich und ihre Produkte zu begeistern, haben die Nase vorn. Stichwort: Beziehungsintelligenz!

Klar ist aber auch: In einer Komfortgesellschaft macht man keinen Fortschritt. Wenn wir weiterhin im internationalen Wettbewerb vorne mitspielen wollen, dann müssen wir auch den Mut haben, Veränderungen voranzutreiben. Erfolg heißt sich ändern. Deshalb: mehr Vorreiter und weniger Zauderer sein!

Sie wollen mehr? Wir können mehr!

Neben der Keynote und unseren Kunden-Cases zur Digitalisierung im Mittelstand gab es in unseren Boxenstopps weitere Impulse und Learnings:

VERANSTALTUNGSPROGRAMM 29.8.2019

Ab 17:30 Uhr

Empfang und Get-together

18:00 Uhr

Begrüßung
Vorstand nexum

Keynote
BVMW - Präsident Prof. Dr. h. c. Mario Ohoven

Praxisvortrag Kundencase, Zwilling J. A. Henckels AG

Praxisvortrag Kundencase, MUSTANG Jeans

Vorstellung unserer nexum-Boxenstopps

19:30 Uhr ca.

Networking-Abend mit BBQ und Weinverkostung
Netzwerken in entspannter Atmosphäre

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